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Parasympathikus

Ein durchsichtiger menschlicher Kopf, wo man die Nervenbanne sehen kann, als Symbolbild für Parasympathikus

Der Parasympathikus ist der Teil deines vegetativen Nervensystems, der für Erholung, Sicherheit und Regeneration zuständig ist. Er ist gewissermaßen dein innerer Ruhepol – der Zustand, in dem dein Körper verdaut, schläft, heilt und sich wieder erholt. Und er ist bei vielen emotional abhängigen Menschen chronisch unteraktiv. Das Nervensystem hat schlicht verlernt, sich zu entspannen.

Was der Parasympathikus ist und wie er funktioniert

Das vegetative Nervensystem besteht aus zwei großen Teilen. Der Sympathikus versetzt den Körper in Kampf- und Fluchtbereitschaft – er ist das Gaspedal. Der Parasympathikus ist die Bremse: Er verlangsamt den Herzschlag, vertieft die Atmung, entspannt die Muskulatur und signalisiert dem gesamten Organismus: Es ist sicher. Du kannst loslassen.

Die wichtigste Leitung des Parasympathikus ist der Vagusnerv – auf Deutsch auch Wandernerv genannt, weil er wie eine lange Straße vom Gehirn durch den Hals, am Herzen und den Lungen vorbei bis tief in den Bauch führt. Er verbindet Gehirn, Herz, Lunge und Verdauungssystem miteinander und ist maßgeblich daran beteiligt, wie sicher oder unsicher du dich in deinem eigenen Körper fühlst.

Wenn der Parasympathikus aktiv ist, passiert genau das, wonach sich so viele Menschen sehnen: Der Kopf wird ruhiger, der Atem fließt freier, die Schultern sinken, der Bauch entspannt sich. Du bist im Moment. Du fühlst dich geerdet.

Was emotionale Abhängigkeit damit macht

In einer Beziehung, die von Angst, Unsicherheit und emotionaler Abhängigkeit geprägt war, bleibt das Nervensystem dauerhaft im Alarmzustand. Der Sympathikus läuft auf Hochtouren, der Parasympathikus kommt kaum zum Zug. Der Körper hat gelernt, wachsam zu sein – immer auf der Hut, immer bereit für den nächsten Konflikt, die nächste Enttäuschung, den nächsten Stimmungsumschwung des anderen.

Was dabei viele nicht wissen: Dieser Zustand hält auch nach der Trennung an. Das Nervensystem schaltet nicht einfach um, nur weil die Beziehung vorbei ist. Es trägt die Erfahrungen der vergangenen Monate oder Jahre noch in sich – gespeichert in Muskelspannung, flacher Atmung, einem Körper, der einfach nicht zur Ruhe kommt.

Viele Betroffene beschreiben das so: Sie wissen eigentlich, dass sie jetzt in Sicherheit sind. Aber ihr Körper glaubt es nicht. Sie schlafen schlecht, sind leicht reizbar, fühlen sich erschöpft und gleichzeitig angespannt.

Hinzu kommt ein Muster, das ich in meiner Arbeit immer wieder beobachte: emotional abhängige Frauen haben sich über lange Zeit so sehr an den Rhythmus des anderen angepasst – an seine Stimmungen, seine Bedürfnisse, sein Verhalten – dass sie den eigenen inneren Ruhezustand fast vergessen haben. Der Parasympathikus war schlicht nicht mehr gefragt. Stattdessen lief das Kampf- und Fluchtmodus auf Dauerbetrieb.

Wie du den Parasympathikus wieder aktivieren kannst

Das Gute am Parasympathikus: Es gibt Wege, ihn direkt anzusprechen – über den Körper, ohne Umweg über den Verstand.

Bewusstes Atmen ist dabei einer der wirksamsten Zugänge überhaupt. Der Vagusnerv reagiert direkt auf die Atemtiefe und Atemgeschwindigkeit. Ein langes, ruhiges Ausatmen – länger als das Einatmen – sendet dem Nervensystem ein klares Signal: Gefahr vorbei. Entspannen erlaubt. Schon wenige Minuten bewusstes Atmen können den Parasympathikus spürbar aktivieren und den Körper aus der Anspannung herausführen.

EFT – die Klopfakupressur – wirkt auf einem ähnlichen Weg. Das Klopfen auf bestimmte Punkte des Körpers beruhigt die Amygdala, jenen Teil des Gehirns, der für die Stressreaktion zuständig ist, und aktiviert dabei gleichzeitig den Parasympathikus. Studien zeigen, dass bereits eine einzige EFT-Sitzung das Stresshormon Cortisol messbar senkt – ein direkter Hinweis darauf, dass das Nervensystem in einen ruhigeren Zustand wechselt.

Beide Methoden zusammen – bewusstes Atmen und EFT – helfen dir, deinem Körper beizubringen, was er vielleicht lange vergessen hat: dass Ruhe möglich ist. Dass Sicherheit sich von innen aufbauen lässt. Dass du nicht mehr permanent auf der Hut sein musst.

Wenn du spürst, dass dein Körper auch jetzt noch nicht zur Ruhe kommt, ist mein kostenloser Newsletter „Vom Kopf in den Körper“ der nächste Schritt für dich. Du bekommst körperorientierte Impulse direkt ins Postfach, kostenlos und praxisnah.

Katharina Samoylova

Psychologin und Mentorin

Mail: info(at)katharinalova.de

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